Nachtfröste im Frühjahr- der Raps verträgt sie besser als erwartet

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Deutschlandweit hat der Raps angefangen zu blühen. Doch unter den Nachtfrösten der vergangenen Wochen hat der Winterraps vielerorts gelitten. Als Hauptsymptome treten Frostrisse am Stängel, helle und welke Blätter, herabhängende Blütenstände oder am Boden liegende Pflanzen auf. Viele Landwirte denken bereits über Umbrüche nach. Wir empfehlen Ruhe bewahren und die Symptome genau zu betrachten.

CS Produktmanager Ludwig Schneller empfiehlt vor Umbruch eine genaue Begutachtung des Bestandes.

Herabhängende Blütenstände werden sich bei milden Temperaturen wiederaufrichten. Auch die Ausbildung eines S-förmigen Haupttriebes stellt kein Problem dar. Den Blattverlust kann der Raps ebenfalls ohne Probleme kompensieren.

Frostschäden im Raps

Weiterhin gilt es zu betrachten, in welchem Stadium sich der Raps vor dem Frost befunden hat. Blühende Knospen bleiben während einer Frostperiode häufig unbefruchtet und bilden keine Schoten aus. Nicht betroffen davon sind geöffnete Blüten vor und nach dem Frost. Sie tragen keine Schäden davon.

Häufig wird durch Frostschäden insgesamt eine geringere Anzahl an Schoten ausgebildet. In der Regel entstehen allerdings keine Ertragseinbußen. Die Pflanze verteilt ihre gesamte Energie und Nährstoffe auf die vorhandenen Schoten. Durch ein höheres TKG der einzelnen Körner wird der Ertrag problemlos kompensiert.

Frostrisse am Stängel können zwar Eintrittspforten für Botrytis oder Phoma darstellen. Bei der jetzigen trockenen Witterung verkorken diese aber schnell, so dass es zu keinem Befall und damit Ertragseinbußen kommen sollte.

Die kritische Grenze für einen Umbruch im Frühling liegt bei 25-30 Pflanzen pro m2 oder bei mindestens 15 vollständig gesunden Pflanzen pro m2.

Jetzt beginnt der Raps auch in vollen Zügen zu blühen, etwa 1 Woche früher als üblich. Je nach Witterung und Krankheitspotenzial kann eine Blütenbehandlung vorteilhaft sein. Wichtig ist es den richtigen Termin zu treffen, nur eine Anwendung in der Vollblüte (50 % der Blüten am Haupttrieb sind offen und erste Blütenblätter fallen ab) ist wirkungsvoll.

Als wichtigen Nützling im Rapsanbau für die Befruchtung und damit für die Ertragsbildung ist es unabdingbar die Honigbienen und andere bestäubende Insekten zu schützen. Zum Schutz der Bienen bitte die Spritzung in den Abendstunden durchführen. Bei Temperaturen unter 10 °C, bei Bewölkung oder nach 19:00 Uhr nimmt der Bienenflug stark ab. Sicherheitshalber müssen diese Bedingungen bei der Anwendung berücksichtigt werden.

Ab Blühbeginn dürfen keine bienengefährliche Mittel (B1) ausgebracht werden. B2 Mittel dürfen nur nach Ende des Bienenfluges bis 23:00 Uhr benutzt werden.

Wichtig: Da Raps gegenüber Sulfonylharnstoffen sehr empfindlich ist, bitte die Spritze vor der Blütenbehandlung gründlich reinigen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Rapsanbau und stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite! Hier finden Sie Ihren Berater vor Ort.

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